Stabübergabe im Sozialpsychiatrischen Dienst

Nach 37 Jahren ging Manfred Werberich Ende November als Leiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes in den Ruhestand. Mit Doris Werberich wurde eine kompetente und engagierte Nachfolgerin gefunden. Hier beantworten sie einige Fragen:

Manfred, Du warst 37 Jahre beim Sozialpsychiatrischen Dienst beschäftigt. Gibt es etwas, was Dich in dieser Zeit in besonderer Weise beeindruckt hat.

Manfred Werberich: Beeindruckt hat mich vor allem, wie schnell die 37 Jahre doch vorbei gingen.

Doris, für Dich beginnt eine neue und vielleicht auch aufregende Aufgabe, auch wenn Du durch Deine bisherigen beruflichen Erfahrungen sehr gut vorbereitet bist. Worauf freust Du Dich besonders?

Doris Werberich: Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe und vor allem auf den intensiven Kontakt in Gesprächen. Da bin ich sehr neugierig und erlebe es als Privileg, dass mich Menschen in ihre Welt mitnehmen und mir erlauben mit ihnen zusammen zu schauen, ob es Entwicklungschancen gibt. Dabei dürfen schwere Themen ihren Platz haben, genauso wie die Leichtigkeit und der Humor. Ich bin als angehende systemische Therapeutin überzeugt, dass wir alle das Potential haben für unser eigenes Leben gute Lösungen zu finden. Manchmal braucht es dafür einen Geburtshelfer, dieses Bild gefällt mir für eine Beratungstätigkeit, neben dem Bild des Forschers, am besten.

Habt ihr einen Plan, wie ihr Teamgespräche für die Arbeit am Küchentisch vermeidet. Oder würdet ihr das gar nicht so schlimm finden, privat über die Arbeit zu sprechen?

Doris Werberich: Ich finde das gar nicht schlimm, im Gegenteil. Wir sind ja schon seit vielen Jahren beide als Sozialpädagogen tätig und haben somit schon Erfahrung damit, wie man eine gute Balance findet, zwischen dem kollegialen Austausch und der Privatheit. Außerdem sorgt unser Sohn schon dafür, dass wir ganz schnell auf andere Themen zu sprechen kommen.

Manfred Werberich: Der Datenschutz und die Schweigepflicht setzen hier ja sehr enge Grenzen. Wenn es um allgemeine Arbeitsabläufe geht denke ich, dass wohl 5 Minuten ausreichen.

Gibt es Dinge, die ihr für die Zukunft des SPDI für besonders wichtig erachtet?

Doris Werberich: Ich liebe Netzwerkarbeit und finde es besonders wichtig, dass wir im kollegialen Kreis, wo möglich und gewinnbringend, unsere Kenntnisse und Erfahrungen bündeln, um für ratsuchende Menschen auch übergreifend tätig werden zu können. Ich freue mich darauf zu schauen, was da alles möglich sein wird.

Manfred Werberich: Immer für eine auskömmliche Finanzierung der Mitarbeiterstellen und der Sachkosten zu sorgen.

Angela Merkel hat sich zum Abschied den „Farbfilm“ von Nina Hagen gewünscht. Manfred, wenn die Diakonie eine eigene Kapelle hätte, was hätte sie für Dich spielen sollen.

Manfred Werberich: Den Klassiker von Frank Sinatra: “I did it my way”.

 

 

Die Fragen stellte Stefan Kornherr